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Skoliose

20.09.2010
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Skoliose bedeutet eine fixierte Fehlstellung der Wirbelkörper mit Drehung und Seitenneigung zur Körperlängsachse. Dies kann in allen Wirbelsäulenabschnitten oder auch isoliert auftreten: Buckel (besonders im Brustwirbelsäulenbereich), Seitenneigung, Beinverkürzung, Schulter-, Beckenschiefstand, Muskelatrophien, Kyphose und Lordose können die Folge sein.

Ursache: 80% sind idiopathischer Natur. Der Rest verteilt sich auf angeborene, neuromuskuläre und Bindegewebsformen.

Häufigkeit: 5-7-mal häufiger treten die idiopathischen Formen bei Frauen auf, davon findet man 3 Formen in unterschiedlichem Lebensalter:
- Infantile Form: bei der Geburt bis 3 Jahre
- Juvenile Form: zwischen dem 4. Lebensjahr und der Pubertät
- Adoleszente Form: Zwischen Pubertät und Skelettreifung

Therapie: Krankengymnastik täglich!!! Auch zu Hause durch die Patientin/Patienten durchzuführen. Aufbau der Rückenmuskulatur, evtl. Atemtherapie, Aufklärung und eventuelle psychologische Betreuung der Patienten und der Eltern. Motivation der betroffenen Personen. Abhängig vom Lebensalter können die Patienten auch Muskelaufbautraining machen. Auch die meisten Sportarten sind empfohlen. Manuelle Medizin (Rolfing, Osteopathie) sind wirksame ergänzende Maßnahmen.

In schwereren Fällen sollte ein Korsett für quasi 24 Stunden am Tag getragen werden, wobei isometrische und isotonische Übungen über den Tag verteilt immer wieder erfolgen müssen. Wichtig ist auch die Förderung der Atemkapazität durch Atemgymnastik.

Chirurgische Aufrichtungsoperationen bleiben bei starker Verschlechterung (mehr als 50°) und bei Versagen aller anderen konservativen Therapiemaßnahmen als letzte probate Behandlung.

Prognose: Während der schnellen Wachstumsphasen kann sich der seitlich ausgerichtete Skoliosenwinkel verschlechtern. Nach Wachstumsabschluss verschlechtert sich nur noch 1%, der Rest bleibt "stabil". Die Patienten sollten ihr Leben lang die Rumpfmuskulatur mit entsprechenden Übungen stärken.

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